Das Zwischenfazit des 500 AKA-Projektes 👍😊🐝🐥🙃🤨🤨🧐🤓😎🙁
500 AKA – 500 Menschen aktiv für Klima- und Artenschutz in Stadt und Landkreis Osnabrück
Gemeinsam den Planeten retten. Wir alle. Lokal und regional.
 
Insgesamt seit April 2021 bei Aktionen (öffentlich oder intern) beteiligt: 613 Personen
Geschaffen/eingepflanzt:
Trockensteinmauer: Ca. 180 Meter
Blühwiese: 4000 m²
Obstbäume (Hoch- und Halbstamm): Ca. 270 Stück
Heckensetzlinge: Ca. 5400 Stück
Bäume: Ca. 3000 Stück
Ausgaben für BIO-Verpflegung: Ca. 5000 Euro
Investierte Zeit (inklusive Mitmachende): Ca. 2000 Stunden
Durchgeführte Veranstaltungen: 19
 
Viele Mitmach-Filme der Aktionen finden sich auf YouTube:
https://www.youtube.com/channel/UCza7czZJAJh_ffy7BsB6Ofw
 
Im 500 AKA-Blog sind zudem alle Aktionen transparent beschrieben:
https://500-aktiv-fuer-klima-und-artenschutz.de/
 
Puh…., wir sind froh und glücklich, den aktuellen Stand im Projekt erreicht zu haben.
Vielen vielen Dank an die vielen Menschen die mitgeholfen haben. Es ist schier unmöglich, sich bei allen zu bedanken.
Aufgrund eines überdurchschnittlichen Engagements soll insbesondere folgenden Personen gedankt werden:
Erik Ballmeyer (Ostercappeln, CDU), Heinz-Otto Müller (Ostercappeln), Fine Schacht (Melle, SPD), Britta, dem Gasthaus/Hotel Hubertus/Wiesehahn (Mareile Wiesehahn, Volker Wiesehan, Jan Wiese),
dem Venner Grill (Martina Thomas) sowie hervorgehoben den folgenden Unternehmen bzw. Institutionen:
Thomas Philipps GmbH & Co. KG, Ost & Koch GmbH, Werges Maschinenbau, Sievert Baustoffe GmbH & Co. KG, mso digital GmbH & Co. KG, Aktivstall für Schweine (Gabriele Mörixmann),
TSV Westerhausen-Föckinghausen (Frank Strötzel), IGS Melle, Gartengestaltung Wloch, Ostercappeln; Baumschule Schoster, Bad Essen; E.ON Energie Deutschland GmbH, Volkswagen Osnabrück, Georgs Bioladen, Melle; Häcker Küchen GmbH & Co. KG, Ostercappeln/Venne; den Tieren des Gnadenhofes Brödel
 
Hervorgehoben gedankt sei insbesondere zudem der Stiftung der Sparkassen im Landkreis Osnabrück, der Haarmann Stiftung Umwelt und Natur, Osnabrück,
der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte und der Deutschen Postcode Lotterie.
 
Es hat viel Spaß gemacht, es wurde einiges erreicht. Etliche Neu-Biotope und Klimaschutzanpflanzungen wurden geschaffen.
Und doch war es kein Spaziergang. Zuweilen hing das Projekt „am seidenen Faden“ und zwei Mal haben wir aus verschiedenen Gründen tatsächlich gedacht, dass wir scheitern „und einfach alles hinwerfen“.
„Schnauze gestrichen voll“-Szenarien gab es hier durchaus, immer wieder mal.
 
 
Gab auch immer mal wieder Heckmeck, Streit und Meinungsverschiedenheiten. Intern und extern. Danke an alle, die sich davon nicht abschrecken liessen. Und selbstkritisch stellt sich hier die Frage, ob man tatsächlich jeden Streit
ausfechten muss. Manchmal gibt es keine Gewinner. Das muss sich hier (intern) so manch einer hinter die Ohren schreiben – der Autor z.B. auch (Mea Culpa).
 
Manchmal aber gibt es eben DOCH Gewinner! 🙂
Eines der großen Probleme des Natur- und Klimaschutzes ist es, dass Gruppen öffentlich zwar einen sehr positiven Ruf haben, gleichzeitig auch ein wenig drollig und kauzig als „Peter Lustig-Bauwagen-Löwenzahn“-Verfechter*innen (liebenswerte Spinner!) gesehen werden.
Ok, etwas kauzig sind wir tatsächlich oft. Dieses bringt es jedoch allerdings (scheinbar) mit sich, nicht immer ganz ernst genommen zu werden.
Und in zweiter Instanz: Die Veranstaltungen/Zusagen/Abmachungen werden teilweise eben dann auch immer mal wieder „unverbindlich“ interpretiert („Ich hab mich da zwar angemeldet, aber wenn ich nicht erscheine, dann wirds wohl so wild nicht sein…“).
 
Und so dachte zeitweilig eine dreistellige Anzahl von Personen: Absagen für eine angemeldete Veranstaltung? Pustekuchen! Erschreckend waren auch (phasenweise) immer wieder die hohen Krankheitszahlen
vor den Aktionen. Natürlich kann niemand etwas für eine Krankheit, und natürlich kommt immer mal auch etwas dazwischen. Statistisch waren die Häufungen jedoch zuweilen realitätsbezogen nicht begründbar (vom Nieselregen einmal abgesehen).
Das führte dazu, dass wir teilweise auf Bergen von bereits bestellten Setzlingen sitzen geblieben sind (Witziges Wortspiel: Auf einem Setzling sitzen bleiben, hahahah) – ein grosses uund massives Problem. Plötzlich liegen da Setzlinge im Wert von über 1000 Euro, müssen gewässert und sehr sehr schnell eingepflanzt werden.
Ja, dumm gelaufen, manchmal!
 
Also was tun? Viele viele Personen, die vergessen hatten abzusagen, wurden dann einfach naxchträglich angeschrieben. Natürlich kann so etwas immer mal passieren.
Es wurde öffentlich (soziale Medien) ordentlich rumgezetert und niemand geschont.
Nicht immer schön und zuweilen total nervig für andere. Andererseits: Wir schonen uns selber ja auch nicht.
Danke an alle, die das „sportlich“ gesehen haben. In (fast) allen Fällen gab es am Ende des Tages übrigens doch noch eine gute und positive Lösung.
Und siehe da: Die Verbindlichkeit der Anmeldungen ist im Verlauf der Aktionen massiv gestiegen! Teilweise waren sogar mehr Leute vor Ort als angemeldet. Total gut!
Man beachte die Statistik im Anhang!
 
Gesichert können wir jedoch sagen: Nie, Nie und Niemals werden und wollen wir noch einmal ein Jahr wie 2021 erleben !!!
Es war far too much! Viel zu viel! Es war nicht sonderlich klug, sich so viel aufzuhalsen und ging zuweilen schon an die Gesundheit (und vor allen Dingen den Spaß an der Sache).
Es ging tatsächlich komplett ans Eingemachte und so toll vieles auch war, vieles war einfach nur nervig und – um ehrlich zu sein – manchmal leider auch ein Albtraum.
Leider nehmen wir somit auch keine weiteren Flächen- und Projektangebote mehr an. Im Jahr 2022 wird noch viel Tolles folgen, etliche Mitmachaktionen, aber
DEUTLICH weniger als in diesem Jahr. Im Jahr 2023 verabschieden wir uns dann aus der Biotop-Neugestaltung und kümmern uns ausschließlich noch um die Pflege der Flächen.
Mehr wird nicht schaffbar sein. Ein Biotop behält nur dann seinen Wert, wenn es nachhaltig gepflegt wird.
 
Albtraumhaft war es zuweilen, wenn Menschen das Projekt so verstanden haben, dass dort Ehrenamtliche mit Fremdgeld nun den eigenen Garten wunschgemäß gestalten.
Und so bald es persönlich-privat auch nur ein ganz bisschen „zu viel“ wird, dann müssen halt die Ehrenamtlichen springen, ggf. weiteres Geld aufbringen und noch mehr machen??
Zuweilen muss sich manch einer hier kneifen um festzustellen: „Ne Ne, das ist Realität…Der glaubt das wirklich!“ (so manches Handlungs-Selbstverständnis ist leider in selten Fällen ein massiver Bremsklotz für eine bessere Welt).
Nach einer gelben und einer dann folgenden orangegelben Karte gab es dann keine andere Wahl als glatt „Rot“ zu ziehen und eine Fläche aus dem Projekt zu werfen.
 
Da es in dieser Welt jedoch keine absoluten Wahrheiten gibt, so soll jedoch auch angemerkt werden, dass der Flächenbesitzer vermutlich eine andere Auffassung
des Geschehenen hat. Ergo: Die Wahrheit liegt (vermutlich) irgendwo in der Mitte. Ein Mediator kann da aber trotzdem nicht mehr helfen. Muss er auch nicht. Es geht auch so weiter…
 
Zum Glück ein Einzelfall. Alle übrigen Flächenanbieter haben eher nach dem Motto gehandelt: „Was kann ich tun, um das Projekt massiv zu entlasten? Was kann ich tun, damit 500 AKA eim Erfolg wird?!“
Das war stark und hat Mut gemacht, für Motivation gesorgt und den Glauben zurückgeholt, dass es doch noch was mit dem Arten- und Klimaschutz werden kann.
Die Erkenntnis hat gesiegt: Es ist schaffbar! Auch wenn sich gesellschaftlich noch vieles ändern muss.
 
Was also folgt 2022?
* Gemeinsame Klimaschutz-Aufforstungen mit verschiedenen Landwirten (z.B. Norbert Oberniehaus)
* Eine tolle Artenschutz- und Klimaanpflanzung gemeinsam mit dem SV 28 Wissingen (Oliver Niekamp)
* Anpflanzung zur Kompensation von Wahlkampfmaterialien mit der SPD Melle
* Gestaltung eines Großbiotops mit IKEA Osnabrück
* Ausbau der Insektenschutzzone in der Netter Heide in Osnabrück
* Trockensteinmauern in Hilter (Aktivstall für Schweine, Gabriele Mörixmann), Melle, Georgsmarienhütte
* Gestaltung von Feuchtbiotopen
* Schaffung von Blühwiesen
* Mitgestaltung der Meller Jugendkonferenz
* Schaffung weiterer Miyawaki-Wälder (z.B. mit der Lindenschule Buer und Familie Krystosek (Uwe Krystosek, Eike Krystosek)).
* Gestaltung eines Social-Media-Wettbewerbes für Jugendliche
 
Kleine Randstatistik (ist hier so eine Art Hobby einmal zu schauen, was aus den Zusagen im Wahlkampf so geworden ist).
Pro Politiker*in wird bei einer Post-Wahlkampf-Mitmach-Beteiligung (bei öffentlichen Mitmach-Aktionen) ein Punkt vergeben.
„Gewertet“ werden Punkte, wenn jemand im Kommunalwahlkampf auf einer Liste stand:
 
Das Zwischenergebnis:
CDU 9
SPD 9
GRÜNE 4
UWG/UWB 3
 
Das Ergebnis ist sehr gut! Denn 4% aller Mitmachenden (25 von 613) kommen mehr oder minder direkt aus der Politik. Ein sehr hoher Wert verglichen mit dem gesammtgesellschaftlichen Anteil!
Applaus von hier!
 
Trotzdem bleiben wichtige und entscheidene Fragen:
 
A) 613 Personen, die sich beteiligt haben, sind gut. Im Landskreis OS leben jedoch 360.000 Menschen.
Wie schafft man es noch deutlich mehr Menschen zu gewinnen?
Bislang versucht wurde: Intensive Social-Media- und Pressearbeit.
Direkte Anschreiben an Vereine und Schulen. Niedrigschwellige Mitmach-Angebote (2 Stunden, mit anschließend angebotener Verpflegung).
Lockangebote (z.B. kleine Preise zu gewinnen, Schatzsuche, Nisthilfen zu verschenken etc.), kinderfreundliche Veranstaltungen…
 
Das Bewusstsein über die Krise (Arten- und Klimaschutz) scheint vorhanden zu sein. Das Bewusstsein, dass diese nicht vom Sofa gelöst werden kann, bei zu vielen Menschen
noch nicht. Hängt vielleicht auch mit „kauzig-spinnerten“ Ruf zusammen (Birkenstock-Sandalen, müslikauend, zerstrubbelte Haare), den der Natur- und Klimaschutz oftmals (noch ?)
hat (??). Dass bei „Fridays For Future“-Demos schon mal 3000 Menschen (an einem Tag) hier auf die Straße gehen, ist sehr gut! Der bisherige Mitmach-Rekord bei unsen Pflanz- und Gestaltungsaktionen liegt bei knapp 70.
Diese Relation stimmt nachdenklich.
Protestieren geht, selber Setzlinge pflanzen dann doch lieber nicht? Oder wie so es interpretiert werden….? Und an wen richten sich dann eigentlich die Demonstrationen? Dass diese wichtig sind bleibt von dieser Frage unberührt.
Und wie erreicht man die Menschen, die weder demonstrieren noch Biotope gestalten?
 
Soziale Medien sind ein Segen, um Menschen zu erreichen. Sie sind jedoch gleichzeitig ein Fluch, weil sie unverbindlich sind – und oft als träge Information in trägen Gehirnen wirkungslos verpuffen.
 
B) Wieso gibt es so wenige Natur- und Klimaschutzgruppen im Landkreis?
Hier gibt z.B. den BUND, den NABU, die SON, die Naturfreunde Glandorf und uns… Für 360.000 Menschen.
Viel zu wenig! Warum ist das so?
Z.T. hängt es auch mit Förderbedingungen zusammen (kann nicht verallgemeinert werden).
Manchmal muss man für das ehrenamtliche Engagement noch viel Geld selber mitbringen und einen hohen Anteil selber bis zum Projektende vorstrecken.
Bedeutet also: Damit ein Projekt starten kann muss man schonmal selber schlappe 10.000 Euro auftreiben, um dann bei gleissender Hitze Wiesen auszumagern oder in eisiger Kälte Setzlinge zu setzen.
Gefällt nicht jedem! Wer ist so bescheuert, so etwas zu tun? Die Antwort liefert die Übersicht über aktive Gruppen in den jeweiligen Kommunen. Die Sichtweise der Förderer ist jedoch gleichfalls verständlich.
 
Ehrenamtliche stecken (egal wo sie aktiv sind, ob Sportverein oder Feuerwehr) in dem Dilemma, dass das Amt eben nur der eigenen Ehre dient. Hoher Zeit- und Geldaufwand inklusive. Wünschenswert wären zumindest Rentenpunkte für den ehrenamtlichen Einsatz.
 
C) Wie wird sich der (gesellschafts)politische Wandel fortsetzen?
 
Kann auch nicht verallgemeinert werden. In jeder Partei gibt es total viele gute und aktive Menschen. Egal ob bei den GRÜNEN oder der CDU.
Auffällig ist hier (vielleicht ein Muster ohne Wert, vielleicht aber auch ein Anzeichen einer Trendwende), dass die Unterstützerkreise primär (nicht ausschließlich…) aus Bereichen der SPD und CDU kommen.
Ist das gut? Oder schlecht? Oder völlig egal?
Mittlerweile wird es hier so interpretiert, dass der Einsatz für Klima- und Artenschutz parteiübergreifend gewachsen ist, es ist also sehr gut.
Aus „der Politik“ wirbeln viele Menschen mit und es wurden von unterschiedlichen Parteien hier schon sehr schöne Ideen eingereicht.
Doch um die Gesamt-Misere zu lösen gelangen wir direkt wieder zu Frage A).
 
2022 wird ein spannendes und aktionsreiches Jahr. Artensterben und Klimawerwärmung rasen wie ein Schwarm Düsenjets nach wie vor weitgehend ungebremst auf uns zu.
Wir brauchen mehr Handlungsgruppen, mehr Aktive, mehr Geld, mehr Flächen, mehr alles!
 
Macht mit bei Aktionen.
Im Laufe des Jahres werden hier Termine eingestellt (einige Aktionen sind bereits voll belegt):
https://500-aktiv-fuer-klima-und-artenschutz.de/mitmachen/
 
Spenden: